55. Oranienburger Pokalturnen

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OPT18

Seit fünf Jahrzehnten turnen Vereinsmannschaften in Oranienburg um begehrte Pokale. Kultstatus hat dieser Wettkampf seit Langem. Hier geht es um den Auf- und Abstieg in drei Pokalklassen der Damen und zwei Klassen bei den Herren, zudem sind in jeder Mannschaft auch Aktive aller Leistungsklassen zugelassen. Am 10. und 11. November 2018 gingen 183 Aktive in 37 Mannschaften in den Kampf um die Pokale. Der TSC Strausberg startete mit je einer Damen- und Herrenmannschaft.

Die TSC- Mannschaft der Damen war mit Alicia Kaddatz, Joy Blechschmidt, Jette Salewski, Marie Triebkorn und Jenny Westphal sehr ausgeglichen besetzt. Die jungen Damen aus Strausberg, allesamt auch als Übungsleiterin in ihren Trainingsgruppen sehr aktiv, mussten sich im Einsteiger Pokal mit insgesamt 10 Mannschaften gegen hochklassige Konkurrenz behaupten. Der spätere Sieger SG Chemie Erkner konnte allein zwei Turnerinnen der höchsten Leistungsklasse 1 aufbieten. Die Tageshöchstwertung von 14.000 Punkten von Lina Haufe hatte schon internationales Niveau. Da war es für die Strausberger Mannschaft realistisch, nicht vom Aufstieg in die höhere Pokalklasse zu träumen. Mit dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten kamen sie von Gerät zu Gerät immer besser in den Wettkampf. Am Stufenbarren kam das leider noch nicht zum Tragen. Aber am Boden rollten Alicia Kaddatz mit 12,850, Jette Salewski mit 12,750 und Jenny Westphal mit 12,700 die Konkurrenz von hinten regelrecht auf. Sie erzielten hier mit 38,300 Punkten ihr höchstes Mannschaftsergebnis. Schade, dass Joy Blechschmidt für Ihre elegante Bodenübung hier nicht höher bewertet wurde. Dafür half sie der Mannschaft beim Sprung mit 12,100 Punkten aus der Patsche. Die Krönung war der Balken. Hier hatten die Turnerinnen anderer Vereine so ihre Sorgen und leisteten sich einige unfreiwillige Abgänge. Dagegen erzielten die TSC-Turnerinnen am „Zitterbalken“ die zweithöchste Punktzahl aller 10 Mannschaften. Das zeigt, dass die jungen Damen sich sehr sicher und zugleich schwierig auf einem Gerät präsentierten, bei dem sich Außenstehende nicht vorstellen können, wie man auf 10 cm Breite Überschläge und Drehungen, aber auch Rollen und Räder turnen kann.

Mit dem guten Gefühl, ihr Leistungsvermögen ordentlich dargeboten zu haben, konnten sich die Damen des TSC Strausberg über den 5. Platz freuen, noch vor anderen starken und namhaften Mannschaften. In der Einzelwertung ihrer Leistungsklasse errang Alicia Kaddatz den dritten Platz. Herausragend war ihre Balkenübung, wo sie die zweithöchste Gerätewertung des gesamten Wettkampfes turnte.

Die TSC Mannschaft der Herren war mit Markus Czychi, Simon Barg, Richard Zimmermann, Johannes Bartel, Jakob Zimmermann und Frank Henke vom Erfahrungsschatz her breit gefächert aufgestellt. Markus, Simon und Johannes, die auch die jungen Turntalente des TSC Strausberg trainieren, wollten sich auch als Wettkämpfer präsentieren. Der TSC-Seniorenturner Frank konnte sich mit 49 Jahren wieder mit jüngeren Turnern messen und die aufstrebenden Nachwuchsturner Richard und Jakob ihren Leistungsstand prüfen. So waren alle motiviert, gemeinsam als Mannschaft aufzutreten. Am ersten Gerät, dem Boden setzten sie gleich mit 34,500 Punkten eine Duftmarke, die nur noch zwei weitere Mannschaften übertreffen konnten. Am Pferd kamen Johannes Bartel, Markus Czychi, und Frank Henke gut durch ihre Übungen. Hier zeigte sich aber auch, dass das Kampfgericht viel Zeit für die Bewertungen benötigte, und so einen zügigen Wettkampfablauf ausbremste.

Am Sprungtisch konnten Markus Czychi, Simon Barg und Richard Zimmermann ordentliche Sprünge zeigen und der Mannschaft so auch nach diesem Gerät den Platz im Mittelfeld sichern. Was nun folgte, war eine echte Aufholjagd. Am Barren schöpften alle vier Turner des TSC Strausberg ihr potential aus. Jede Übung wurde gefeiert. Richard Zimmermann erturnte 10,900 Punkte. Frank Henke ließ das Können früherer Jahre aufblitzen und erhielt 11,100 Punkte. Simon Barg hatte seine Übung weiter aufgestockt und konnte 11,400 Punkte dem Mannschaftskonto beisteuern. Markus turnte mit 12,100 Punkten die höchste Wertung des Tages am Barren. So erreichten die TSC-Herren mit 34,600 Punkten an diesem Gerät die Höchstpunktzahl aller Mannschaften. Mit diesem Elan ging es ans Reck. Hier erreichte die TSC Mannschaft 31,000 Punkte. Als Krönung seiner Übung zeigte Markus Czychi einen besonderen Leckerbissen. Er hatte erst vor wenigen Wochen sein erstes Flugelement erlernt und präsentierte es erstmals im Wettkampf. Aus dem Rückschwung nach einer Kippe flog er mit einer Kehre über die Stange in den sicheren Hang. Damit ließen die Strausberger an diesem Gerät nur dem späteren Pokalgewinner SV Motor Eberswalde den Vortritt.

Nach solch einem spannenden Wettkampfverlauf konnten die Strausberger Herren gelassen der Siegerehrung entgegensehen und ihren 3. Platz feiern. Für weiteren Jubel sorgte Markus Czychi mit dem 1. Platz in der Einzelwertung seiner Leistungsklasse.

Das Fazit dieser zwei Tage: Die beide TSC Mannschaften haben sich achtbar geschlagen. In dieser einfach tollen Atmosphäre sah man bemerkenswerte Leistungen, auch von den Strausberger Turnerinnen und Turnern. Zur schönen Tradition des Oranienburger Pokalturnens gehörte auch bei der 55. Ausgabe eine zünftige „Turnerparty “am Abend des ersten Wettkampftages.